Automationen sind das Herzstück von Home Assistant: Sie schalten Licht, Heizung oder Benachrichtigungen automatisch, ohne dass du einen Finger rührst. In diesem Beitrag lernst du den Aufbau einer Automation, die vier Ausführungsmodi und typische Fehler, die Einsteiger vermeiden sollten.
Der Aufbau: Trigger, Bedingung, Aktion
Jede Automation besteht aus drei Teilen:
- Auslöser (Trigger): Wann soll die Automation starten? Zum Beispiel bei einer Zustandsänderung, zu einer Uhrzeit, bei Sonnenuntergang oder wenn ein Wert eine Schwelle überschreitet.
- Bedingung (Condition): Unter welchen Umständen darf sie laufen? Zum Beispiel nur abends, nur wenn jemand zu Hause ist oder nur wenn ein bestimmter Schalter aktiv ist. Bedingungen sind optional, aber sehr nützlich, um unerwünschte Auslösungen zu vermeiden.
- Aktion (Action): Was soll passieren? Licht schalten, eine Benachrichtigung senden, ein Skript starten oder eine Szene aktivieren.
Hinweis zu älteren Anleitungen: Früher hieß es „service“ und „platform“. In der aktuellen Dokumentation heißen die Bausteine triggers, conditions und actions, und statt „call a service“ spricht man von einer Aktion. Beim Nachbauen alter Anleitungen lohnt sich ein Blick in die aktuelle Doku.
Ein einfaches Beispiel in YAML
Licht im Wohnzimmer 30 Minuten vor Sonnenuntergang einschalten:
alias: Wohnzimmerlicht vor Sonnenuntergang
triggers:
- trigger: sun
event: sunset
offset: "-00:30:00"
actions:
- action: light.turn_on
target:
entity_id: light.wohnzimmer
Die Entity-ID light.wohnzimmer ersetzt du durch deine eigene. Die Automation legst du unter Einstellungen > Automationen & Szenen an. Dort kannst du oben rechts im Menü zwischen dem grafischen Editor und In YAML bearbeiten wechseln.
Die vier Modi: Was passiert bei erneutem Auslösen?
Wenn eine Automation noch läuft und erneut ausgelöst wird, entscheidet der Modus über das Verhalten:
- single (Standard): Der neue Start wird ignoriert, es erscheint eine Warnung im Log.
- restart: Der laufende Durchlauf wird abgebrochen und neu gestartet. Ideal für Bewegungsmelder mit Wartezeit („Licht 2 Minuten nach der letzten Bewegung ausschalten“).
- queued: Neue Starts warten, bis die vorherigen fertig sind, in der Reihenfolge ihres Eintreffens.
- parallel: Jeder Start läuft unabhängig und gleichzeitig.
Den Modus änderst du im grafischen Editor über das Drei-Punkte-Menü oder in YAML mit der Zeile mode: restart. Bei queued und parallel lässt sich mit max die Zahl der gleichzeitigen oder wartenden Durchläufe begrenzen.
Skripte, Szenen und Blueprints
- Skripte sind wiederverwendbare Aktionsfolgen. Du kannst sie aus Automationen aufrufen oder manuell starten, zum Beispiel „Gute Nacht“ mit mehreren Schritten.
- Szenen speichern einen Zustand mehrerer Geräte (zum Beispiel „Filmabend“) und stellen ihn per Knopfdruck wieder her.
- Blueprints sind Vorlagen für Automationen. Du importierst eine fertige Vorlage und trägst nur noch deine Geräte ein.
Templates: dynamische Werte
Mit Templates (Jinja2) lassen sich Werte dynamisch berechnen, zum Beispiel eine Benachrichtigung mit der aktuellen Temperatur. Testen kannst du sie unter Entwicklerwerkzeuge > Vorlage, bevor du sie in einer Automation verwendest.
Typische Fehler und Tipps
- Zu viele Auslöser ohne Bedingung: Prüfe, ob die Automation ungewollt mehrfach läuft. Mit Bedingungen engst du den Einsatz ein.
- Falscher Modus: Wenn Wartezeiten ignoriert werden oder die Automation nicht erneut startet, hilft oft ein Wechsel von
singlezurestart. - Entity wurde umbenannt: Nach dem Umbenennen von Geräten müssen alte Verweise in Automationen, Skripten, Szenen und Dashboards angepasst werden. Suche vorher nach allen Stellen, an denen die Entity vorkommt.
- Fehlersuche: In der Automation findest du den Verlauf (Traces). Dort siehst du, welcher Schritt ausgeführt wurde und wo es hakt.
- Backup: Vor größeren Umbauten ein Backup anlegen.
Frage im Forum
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- deine Home-Assistant-Version
- die Automation als YAML (im Editor über „In YAML bearbeiten“ kopieren)
- was du erwartest und was tatsächlich passiert
- den Trace oder Logeinträge als Text
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